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Vernickeln Vorgeschichte: Als ich die Jolly Jinx Gitarre
baute wollte ich unbedingt ein Tremolo
haben, das passend zu den Mechaniken vernickelt sein sollte. Da mir die
im Handel angebotenen Teile für die Jolly Jinx zu klobig aussahen,
hab ich erwogen das Tremolo und die übrigen Hardwareteile
(Saitenhalter, PU-Rahmnen u.s.w.) aus Messing selber herzustellen
und
diese dann zu vernickeln.
Hab ein bisschen rumgefragt und ein schlauer Mensch hat mir erzählt: kann man alles selber machen, ist ganz einfach, hab im Chemieunterricht (vor 30 Jahren) schon mal gemacht. Tja, soooo ganz einfach wars dann doch nicht. Galvanisieren Theorie: Man benötigt eine Elektrolytflüssigkeit. In dieser ist das Nickel (Gold, Silber, Kupfer) in chemisch gelöster Form. Um dieses nun auf das Messing (oder ein anderes Metall) aufzubringen, benötigt man noch eine Anode ( Kupfer zum Verkupfern, Edelstahl zum zum Vergolden und Versilbern, Nickel zum Vernickeln). Die Anode ist einfach ein Stück Metall aus oben genannten Material. Dann braucht man noch eine Gleichstromquelle z.B. ein Labornetzgerät oder bei kleinen Teilen eine Batterie. Schließt man nu den Pluspol an die Anode an und den Minuspol ans Werkstück, welches man vernickeln will und befindet sich das ganze in einem Bad des Elektrolyts, dann scheidet sich das Nickel aus der Elektrolytflüssigkeit ab und setzt sich auf das Werkstück als Nickelschicht. Eigentlich ganz einfach, aber.......... Galvanisieren Praxis: Flugs im Elektronikhandel ein Galvanisierungs-Set bestellt und los gehts. Da meine zu vernickelnden Teile ziemlich klein waren, wollte ich nicht "Handvernickeln", sondern die Teile in einem Bad galvanisieren.
Gebrauchsanweisung zum 27ten mal durchgelesen. Aha, die Stromstärke zu hoch. Man muß genau ausrechnen wieviel Spannung und wieviel Ampere man bei einem Werkstück von X Quadratcentimetern man so braucht. Grübel, rechne, Schlaumeier fragen. Autoladegerät taugt nix, also Labornetzteil muß her, wo man Spannung und Ampere genau einstellen kann. Ebay bemüht, 40 Euro gelöhnt, warte, warte, nach zwei Wochen erneuter Versuch. Rechne, rechne, alles genau eingestellt, Strom an und ..........
Nützt alles nix. Verzweiflung macht sich breit, von wegen ganz einfach, grrrrrrr. Buhu,........... Scheißnickel, Scheißgitarre, Scheißmusik, Scheißleben!!!!!!!!! Wut und Depressionen haben auch nicht geholfen. Letzter Versuch......... Handvernickeln: Statt das Werkstück in ein
Bad mit Elektrolyt zu geben, nässt
man einen Schwamm damit,steckt diesen über die Anode, wie gehabt
an den Pluspol und das
Werkstück an Minus und dann mit dem getränkten Schwamm
langsam über das Werkstück streichen.
Zauber, zauber, Nickel auf Werkstück. Und das funktioniert sogar wirklich!!!!!!! Für diese Methode gibt einen Handvernickelungsstab zu kaufen, in den man hinten eine Batterie packt, die passende Anode und die draufsteckbaren Schwämme gibts da auch einzeln zu kaufen. Da ich ja nu schon genug Geld für mein Labornetzteil ausgegeben hatte, und Batterien sowieso doof sind, hab ich mir den Stab selber gebastelt und mit dem Netzteil betrieben.
Die Minusklemme hab ich an ein
Stück mehrfach gefaltete Alufolie
geklemmt und darauf das Werkstück gelegt. Und dann gehts los.
Angst vor Stromschlägen muß man übrigens nicht haben,
dafür ist die Spannung zu gering, es kribbelt nicht mal wenn man
beide Klemmen mit
nassen Fingern anfasst.
Wenn man es schwarz haben will,
nimmt man etwas mehr Strom und
hält etwas länger auf die gleiche Stelle. Beim Versilbern und
Vergolden geht man genauso vor, nur das die Teile vorher vernickelt
sein sollten und man zusätzlich ein anderes Elektrolyt
benötigt.Warum das galvanisieren im Bad nicht geklappt hat, ist
mir nicht ganz klar.
In der Industrie wird ausschließlich im Bad galvanisiert. What ever
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